Öffnungsdiskussionsorgien, Weltärztepräsident, NSU-Urteil

In der 55. Folge von “Lauer und Wehner” reden Ulrich und Christopher über den Pseudoskandal um sogenannte Öffnungsdiskussionsorgien, über Wolfgang Kubicki, den sogenannten Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery und die Fertigstellung der schriftlichen Urteilsbegründung im NSU-Prozess.

Doch zunächst redet Ulrich nach der Begrüßung ein Bisschen darüber, wie sich die Kriminalität im Moment durch Corona verändert.

Am Vergangenen Montag (20.4.2020) machte ein Wort die Runde: Öffungsdiskussionsorgien. Angela Merkel soll es während einer Sitzung des CDU-Präsidiums gesagt haben. Ulrich und Christopher schauen sich an, was überhaupt passiert ist und wie die Öffentlichkeit darauf reagierte. Der von Christopher erwähnte ARD-Kommentar findet sich hier. Das von Christopher erwähnte Interview mit Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung findet ihr hier.

Dann gehts noch kurz um Wolfgang Kubicki. Den von Christopher erwähnten Spiegel-Artikel gibt es hier.

Frank Ulrich Montgomery ist seit 2019 der Vorsitzende des Rats der World Medical Association. Warum er in den Medien “Weltärztepresident” genannt wird, klären Ulrich und Christopher im Gespräch. Montgomery hat ein Problem mit Gesichtsmasken, auch darüber reden Ulrich und Christopher.

Christopher erinnert anlässlich der Waldbrände in NRW daran, dass die Klimakatastrophe in Deutschland auch keine Pause macht.

Die schriftliche Urteilsbegründung im NSU-Prozess ist fertig. Ulrich und Christopher reden darüber, inwiefern es überhaupt möglich ist, bei mehr als 3.000 Seiten Urteilsbegründung eine ordentliche Revision aufzubauen.

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Dieser Podcast hat Kapitelmarken. Sollte Dein Podcastprogramm diese nicht anzeigen, sind hier die Zeiteinträge zur Orientierung:

00:00:00.000 Begrüßung
00:01:14.650 Was ist “Lauer & Wehner”?
00:02:28.150 Spontaner Exkurs zur Veränderung der Kriminalität in den letzten Wochen
00:07:36.225 Öffnungsdiskussionsorgien
00:55:54.868 Wolfgang Kubicki
01:08:51.475 Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery
01:33:56.954 Die Klimakatastrophe ist noch immer da
01:36:43.791 Schriftliches NSU-Urteil
01:54:42.836 Verabschiedung

4 Antworten auf &‌#8222;Öffnungsdiskussionsorgien, Weltärztepräsident, NSU-Urteil&‌#8220;

  1. Heute gelernt: Meinungsfreiheit kann bei unsachgemäßem Gebrauch gefährlich werden.
    🙂

  2. Ich würde ja nicht so weit gehen zu sagen, dass man erst mit dem Impfstoff über Lockerungen diskutieren kann. Das würde auch dann gehen, wenn die Zahl der Neuinfektionen sehr niedrig wäre und wenn das R auf unter 0.2 gesunken wäre (siehe Helmholtz). Auf der einen Seite zu sagen, wir bewegen uns auf Messers Schneide und könnten sofort wieder in ein exponentielles Wachstum abrutschen und auf der anderen Seite Lockerungen einzuführen ist aber tatsächlich nicht sehr klever. Helmholtz sagt zurecht, dass es hier höchstens kurz- bis mittelfristig Zielkonflikte gebe, aber aus einer langfristigen Perspektive sehe ich die absolut nicht. Egal, wie viel Merkel explizit vor Nachlässigkeit warnt, Lockerungen haben immer die implizite Message, dass es jetzt sehr viel besser ist, sonst würde man das ja nicht tun. Die Menschen werden nachlässiger und empfinden eine Normalität, die gar nicht da ist. Das Virus ist schließlich unsichtbar. Schon deshalb halte ich Masken aus psychologischer Sicht für wichtig: Sie machen ständig sichtbar, dass es eine Gefahr gibt und etwas anders ist als sonst. Dass Menschen nicht in der Lage seien mehr als eine Regel zu befolgen, halte ich dagegen für Unsinn. Ein zweiter Lockdown würde psychisch und ökonomisch sicherlich so richtig reinfetzen. Wir sehen ja in Italien, wie lange es im Zweifel dauern kann, bis man so ein Wachstum wieder eingefangen hat. Im Zweifel Monate. Psychologisch gesehen wird das Grundbedürfnis nach Kontrolle massiv frustriert, weil niemand genau wissen wird, wann der Lockdown vorbei sein wird und ob nicht wieder einer kommt. Hinzu könnten Traumatisierungen kommen, Depressionen sowieso. Ich will nicht erleben, was es mit einer Gesellschaft macht, wenn jeder wenigstens jemanden kennt, der an dieser Scheiße gestorben ist. Sollte es zur Triage kommen, dann müssen Menschen vielleicht dabei zusehen, wie ihre Verwandten qualvoll zuhause ersticken. Dagegen wären drei bis vier Wochen weiterer Lockdown, selbst wenn er verschärft worden wäre, in jeder Hinsicht ein Zuckerschlecken. Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass Merkel dieser Variante besser gefallen hätte, aber sie ist leider gezwungen mit den Ländern Kompromisse zu machen, die im Zweifelsfall auf eigene Faust noch mehr Lockerungen machen. Da kann man nur froh sein, dass solche Typen wie Merz oder Laschet nicht an der Spitze sind während dieser Krise.

  3. Zur trügerischen Sicherheit: Die Zahl komplett gesunder Menschen, die an dem Virus versterben ist verschwindend gering. Die Fälle mit anscheinend gesunden jungen Menschen sind häufig auf unbekannte Vorerkrankungen zurück zu führen. Bspw litt das Mädchen aus Belgien an einer Stoffwechselkrankheit und so ist die Lage meines Wissens bei den allermeisten Fällen. Das Problem ist natürlich, dass man nicht weiß ob man unentdeckte Krankheiten hat. Aber statistisch ist das für die Einzelperson irrelevant. Viel größer ist das Problem, dass ein schwerer Verlauf auch bei jungen Menschen gar nicht so selten vorkommt. Damit verstopfen halt auch junge Menschen auch die Intensivstationen und Ärzte müssen Triage machen. So geschehen im Elsass. Und hier muss man dann dazu sagen, dass eine Beatmung ein traumatisches Erlebniss ist und man das ehrlich gesagt niemandem wünscht! Man stirbt also als junger Mensch ziemlich sicher nicht, dass heißt aber nicht, dass man das ganze auf die leichte Schulter nehmen soll, denn jeder der mal eine richtige Lungenentzündung oder eine schwere Grippe hatte, weiß, dass das absolut kein Spaß ist und man meist Wochen bis Monate braucht um wieder annähernd fit und leistungsfähig zu sein. Und wie bei jeder Lungenentzündung besteht natürlich das Risiko bleibende Schäden davon zu tregen. Ich denke, darauf sollte man die Leute eher aufmerksam machen, denn das ist das weitaus realistischere Szenario als dran zu sterben.
    Ansonsten zur Lockerungsdiskussion: Im Prinzip könnten wir die täglichen Fälle auch auf deutlich unter Hundert reduzieren. Dann wären wir in der Lage einzelne Fälle zu verfolgen und könnten fast alle Lockerungen aufheben. Leider zerstören die Konservativen und Liberalen gerade diese Möglichkeit, dadurch, dass sie immer mehr Lockerungen fordern und die Leute das Virus nicht mehr ernst nehmen. Ich hab zumindest die Hoffnung, dass die Maskenpflicht dafür sorgt, dass die Leute nicht vergessen, dass wir in einer Pandemie sind.

  4. Zu Lauterbach: So wie ich ihn verstanden habe, kritisiert er schon auch die Debatte bzw wie sie von machen geführt wird. Zu Recht. Denn er mahnt an, dass man die, im politischen Kompromissfindungsprozess üblichen, Maximalforderungen vielleicht nicht ganz so laut rausschreien soll, weil das einen Effekt auf Die Menschen™ haben kann.

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